Profil
Kenichi Kawabata ist Klarinettist und Tonmeister mit Sitz in Feldkirch, Vorarlberg, Österreich. Er studierte Klarinette an der Royal Academy of Music in London und schloss an der Zürcher Hochschule der Künste den Tonmeister-Studiengang für klassische Aufnahmetechnik als Jahrgangsbester ab. In seiner Arbeit verbindet er die musikalische Perspektive eines aktiven Musikers mit der technischen und künstlerischen Kompetenz eines Tonmeisters in klassischer Musikproduktion, Aufnahme und Klanggestaltung.
Persönliche Angaben
| Feld | Angabe |
|---|---|
| Name | Kenichi Kawabata / 川端 賢一 |
| Staatsangehörigkeit | Japanisch |
| Standort | Feldkirch, Vorarlberg, Österreich |
| Telefon | +43 681 2053 2017 |
| [email protected] | |
| Website | https://kenichi-kawabata.com |
| Sprachen | Japanisch, Deutsch, Englisch |
Ausbildung
Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)
Von 2024 bis 2025 absolvierte Kenichi Kawabata an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) den Master in Tonmeister – Klassische Aufnahmetechnik. Bei Prof. Andreas Werner vertiefte er Aufnahmeproduktion, Tontechnik, musikalische Interpretation und die Beziehung zwischen Klanggestaltung und musikalischem Ausdruck. Den Studiengang schloss er mit der Bestnote 6.0 als Jahrgangsbester ab.
Von 2022 bis 2024 absolvierte er an derselben Hochschule das Diploma of Advanced Studies (DAS) Tontechnik – Klassische Aufnahmetechnik. Dabei beschäftigte er sich systematisch mit Mikrofontechnik, Sessionplanung, Schnitt, Mischung und der Kommunikation mit Musiker:innen in der klassischen Musikproduktion.
Universität Mozarteum Salzburg
Von 2019 bis 2024 studierte er Instrumental- und Gesangspädagogik an der Universität Mozarteum Salzburg, Studienort Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch, mit Hauptfach Klarinette. Den Bachelor of Arts in Instrumental- und Gesangspädagogik (Klarinette) schloss er mit Auszeichnung ab.
Royal Academy of Music, London
Von 2014 bis 2016 studierte er Klarinette an der Royal Academy of Music in London und schloss den Master of Arts in Clarinet Performance mit Distinction ab. Er studierte bei Prof. Mark Van de Wiel, Timothy Lines und Laurent Ben Slimane und sammelte in London umfassende Erfahrung in Kammermusik, Orchester und zeitgenössischer Musik.
Kyoto City University of Arts
Von 2007 bis 2011 studierte er Klarinette an der Kyoto City University of Arts und erwarb den Bachelor of Music. Neben dem Klarinettenspiel beschäftigte er sich mit Kammermusik, zeitgenössischer Musik, Komposition, Arrangement und Dirigieren.
Musikalische Tätigkeit
Als Klarinettist ist Kenichi Kawabata in Japan, Großbritannien, Österreich und der Schweiz in den Bereichen Orchester, Kammermusik, Blasorchester und zeitgenössische Musik tätig. Während seines Studiums an der Royal Academy of Music arbeitete er an einem breiten Repertoire von Klassik bis zeitgenössischer Musik und spielte unter anderem im Manson Ensemble und im Royal Academy Symphony Orchestra.
Während seiner Londoner Zeit wirkte er auch als Klarinettist an Konzerten des Philharmonia Orchestra London mit, darunter Aufführungen unter der Leitung von Juri Temirkanov. Durch diese Orchestererfahrung entwickelte er Konzentration, Partiturverständnis und Ensemblefähigkeit in großen professionellen Produktionszusammenhängen.
Seit 2018 ist er in Vorarlberg tätig. Bei WINDWERK Vorarlberg spielt er 1. Klarinette und Es-Klarinette. Außerdem tritt er in Konzerten mit Ensembles und Orchestern wie der Argovia Philharmonic und dem Symphonieorchester Vorarlberg auf.
2019 und 2021 wirkte er bei den Bregenzer Festspielen in der Seebühnenproduktion Rigoletto als Orchestermusiker mit. Dadurch kennt er Festivalproduktionen, Open-Air-Bühnenbedingungen und langfristige Aufführungsabläufe aus der Perspektive eines Musikers.
In der Kammermusik ist er regelmäßig in der Feldkircher Konzertreihe Musik in der Pforte tätig und wirkt an Programmen von Klassik bis zeitgenössischer Musik mit. Diese musikalische Erfahrung ist unmittelbar mit seiner Arbeit als Tonmeister verbunden: Er arbeitet mit Partitur, Atem, Probenablauf und musikalischem Ausdruck als Grundlage für Aufnahme und Klanggestaltung.
Tonmeister / Aufnahme- und Tontechnik
Als Tonmeister arbeitet Kenichi Kawabata vor allem in der klassischen Musik: Kammermusik, Orchester, Gesang, Instrumentalsolo, zeitgenössische Musik, Live-Mitschnitt und Tonproduktion für Konzertvideos.
An der Zürcher Hochschule der Künste studierte er klassische Aufnahmetechnik bei Prof. Andreas Werner und erwarb systematische Kenntnisse in Aufnahmeplanung, Mikrofonierung, Sessionleitung, Schnitt, Mischung und Kommunikation mit Musiker:innen. 2025 schloss er den Master in Tonmeister – Klassische Aufnahmetechnik mit der Bestnote 6.0 als Jahrgangsbester ab.
Seit 2021 realisiert er Aufnahmeproduktionen in Österreich, der Schweiz und Deutschland und betreut regelmäßig die Audio- und Videoproduktion der Konzertreihe Musik in der Pforte. In der Aufnahmesituation verbindet er Partiturverständnis, musikalischen Verlauf, Raumakustik, Atmung der Musiker:innen und Ensemblebalance zu einer musikalisch begründeten Klanggestaltung.
Als Tonmeister mit eigener Bühnenerfahrung legt er Wert auf technische Präzision, musikalische Intention, Phrasierung, Raumklang und den Dialog mit den Musiker:innen.
Fachliche Schwerpunkte
Live-Mixing und Live-Mitschnitt
Beim Konzertbetrieb gestaltet er Live-Mixing und Live-Mitschnitte mit Blick auf den Verlauf der Aufführung, den Ausdruck der Musiker:innen, die Raumakustik und die Balance des Ensembles. Er arbeitet mit Kammermusik, Orchester, Gesang und zeitgenössischer Musik und passt den Klang an Besetzung und Raum an.
Musikalischer Schnitt und Postproduktion
In der klassischen Musik übernimmt er Take-Schnitt, musikalischen Schnitt, Geräuschreduktion, Mischung und Postproduktion für CD-Produktionen. Dabei liest er Partitur, Phrasierung, Atem, Klangfarbe und Raumbezug und gestaltet den Schnitt so, dass der musikalische Ausdruck der Interpret:innen möglichst klar zur Geltung kommt.
Aufnahmeplanung und Mischung
Er entwickelt Aufnahme- und Mischkonzepte entsprechend Instrument, Besetzung, Raumakustik und künstlerischer Ausdrucksweise. Mikrofonierung, Verhältnis von Haupt- und Stützmikrofonen sowie der Umgang mit Raumklang werden so abgestimmt, dass die musikalische Absicht der Aufführung natürlich hörbar wird.
Audionetzwerk und Systemdesign
Neben Aufnahme und Klanggestaltung beschäftigt er sich mit Audio-over-IP, Audionetzwerken und Audiosoftware-Entwicklung.
Er versteht Signalflüsse zwischen Dante, RAVENNA, MADI, digitalen Mischpulten, Audiointerfaces und DAWs und entwickelt Routing-Konzepte für Aufnahme-, Wiedergabe- und Monitoring-Umgebungen.
Darüber hinaus arbeitet er mit Linux-Systemen und Programmierung und entwickelt mit C++ / JUCE eigene DAW-artige Audioanwendungen, die Aufnahme, Wiedergabe, Routing und Logverwaltung integrieren.
Diese Erfahrung ermöglicht es ihm, technische Probleme im Audiobereich nicht nur auf der Ebene einzelner Geräte, sondern im Zusammenhang von Signalfluss, Netzwerk, Software und Produktionsablauf zu verstehen.
Ausgewählte Projekte
Kommerzielle CD-Produktionen und Veröffentlichungen
Als Tonmeister war Kenichi Kawabata an mehreren kommerziellen CD-Produktionen beteiligt und sammelte Erfahrung in Aufnahme, Schnitt, Mischung, Mastering und musikalischen Entscheidungen im Veröffentlichungsprozess. Eine repräsentative Veröffentlichung ist Kammermusik Vol. 2 mit Werken von Flor Peeters, erschienen 2023 beim deutschen Klassiklabel Motette.
Live-Radio und Rundfunkproduktion
Bei Live-Konzerten von Concerto Stella Matutina übernahm er Live-Ton und die Produktion von Sendetonmaterial in Zusammenarbeit mit ORF Radio Vorarlberg. Dazu gehörten Aufnahmeplanung, Mikrofonierung, Tonaufnahme während der Aufführung und klangliche Qualitätssicherung für den Rundfunk.
Diese Arbeit vermittelte ihm praktische Erfahrung mit der Einmaligkeit des Konzertmoments, der Stabilität von Rundfunkproduktionen und der gleichzeitigen Kommunikation mit Musiker:innen, Produktionsteam und Rundfunkseite.
Forschung und Publikationen
Music Spoken by Space: Recreating and Recording 19th Century Salon Acoustics (2025)
Als Masterprojekt im Tonmeister-Studium an der Zürcher Hochschule der Künste untersuchte Kenichi Kawabata die Beziehung zwischen der Akustik historischer Salons und musikalischem Ausdruck. In mehreren Räumen, darunter ein historischer Salon in Wien, die Villa Falkenhorst und der Stella Festsaal, führte er vergleichende Aufnahmen durch und untersuchte, wie Raumklang die Darstellung der Musiker:innen, das Hörerlebnis und die klangliche Fertigstellung einer Aufnahme beeinflusst.
Die Arbeit versteht Aufnahme nicht als bloße Dokumentation, sondern als Form musikalischer Interpretation, die Raum, Aufführung und Hörerlebnis miteinander verbindet. Der Tonmeister erscheint darin als Vermittler zwischen musikalischem Ausdruck, Raumklang und moderner Produktionsästhetik.
The Necessities to Communicate Between Tonmeisters and Performers (2024)
In seiner DAS-Arbeit an der Zürcher Hochschule der Künste untersuchte er die Notwendigkeit der Kommunikation zwischen Tonmeister:innen und Interpret:innen. Im Zentrum standen nicht nur technische Entscheidungen im Aufnahmestudio, sondern auch die Bedeutung von künstlerischer Absicht, psychologischer Sicherheit und gemeinsamem musikalischem Verständnis.
Diese Forschung steht in direkter Verbindung mit seiner heutigen Arbeitshaltung: Klang nicht zu beherrschen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Musik natürlich entstehen kann.
Auszeichnungen und Pressestimmen
Als Klarinettist wurde Kenichi Kawabata in Japan und Europa in Wettbewerben, Konzerten und Kritiken ausgezeichnet und wahrgenommen.
Auszeichnungen
- Japanischer Klassischer Musikwettbewerb, 1. Preis (2005)
- Japanischer Klassischer Musikwettbewerb, Finalist der nationalen Runde (2006)
- Great Wall International Music Competition, 2. Preis (2008)
- Kyoto Music Arts Prize (2010)
Pressestimmen
- Classical Source (London), Rezension von Colin Anderson (2016)
- Vorarlberger Nachrichten, „Große Opern auf der Klarinette" (2019)
- Vorarlberger Nachrichten, „Die Bläser bescherten" (2019)